Am 16.01. wurde in Berezniki (Permer Gebiet) verhandelt, ob die Haftstrafe gegen Maria Aljochina, Pussy Riot-Mitglied und zu zwei Jahren Haft wegen eines Punkgebetes verurteilt, ausgesetzt werden kann, bis ihr Sohn 14 Jahre alt ist. Nach stundelangen Verhandlungen fiel die Entscheidung, dass ihr diese Haftverschonung, die in der russischen Rechtspraxis nicht ungewöhnlich ist, nicht gewährt wird. Der Medienansturm in dieser abgelegenen Stadt im Ural hat gezeigt, dass nach wie vor genau beobachtet wird, wie sich diese Farce des russischen Rechtssystems weiter entwickelt. Amnesty International hat zurecht klare Worte gefunden und erneut darauf hingewiesen, dass das Strafverfahren gegen Pussy Riot nie hätte stattfinden dürfen und die Forderung an den russischen Staat nach wie vor lautet, Maria Aljochina und Nadezhda Tolokonnikova unverzüglich und bedingungslos freizulassen und das Urteil gegen sie und Ekaterina Samutsevitch aufzuheben. http://www.amnesty.org/en/news/russian-punk-singer-refused-sentence-deferral-2013-01-16
Die internationale Gruppe freepussyriot.org hat diesen Tag zum Anlass genommen, erneut zu weltweiten Unterstützungsaktionen für Maria Aljochina und alle politischen Gefangenen in Russland aufzurufen, mindestens vierzehn Städte haben daran teilgenommen.
Den Auftakt setzen Aktivisten und Künstler in Berlin bereits nachts mit einer mehrstündigen Laserprojektion auf dem 300m hohen Fernsehturm am Alexanderplatz, die Schrift forderte abwechselnd „Free Maria Alyokhina“ und „Free Pussy Riot“.


Die Russische Botschaft wurde mit Bildern von politischen Gefangenen beklebt,

bevor man sich dann tagsüber zu einer Demonstration dort einfand; unter den Demonstrationsteilnehmern waren auch Volker Beck (MdB, Grüne), Yaroslav Nikitenko (Umweltschützer) und Anastasia Rybachenko, die Russland wegen Ermittlungen gegen sie im Zusammenhang mit der Demonstration am 6. Mai letzten Jahres verlassen hat.

Hier wie vielerorts wurden Gedichte von Maria Aljochina auf russisch, deutsch und englisch verlesen und Freiheit für alle politischen Gefangenen in Russland gefordert.
Auch in anderen Städten bekamen russische Auslandsvertretungen Besuch von Demonstranten, so in Bonn,

Buenos Aires,

Lissabon,

London

Madrid

und Montreal

Stockholm wählte ein Einkaufszentrum,

Moskau die Vertretung des Permer Gebiets in ihrer Stadt – wegen des neuen Demonstrationsrechtes war es hier nur möglich, Einzelmahnwachen mit unterschiedlichen Plakaten durchzuführen.

München schloss sich den Forderungen vor der Ludwig-Maximilians-Universität an,

Prag und Paris brachten ihre Unterstützung mit Konzerten am Abend zum Ausdruck.
St.Petersburg organisierte eine Veranstaltung zum Thema „Klasse, Gender, Politik – Russland nach Pussy Riot“, angesetzt war eine Diskussion über Gleichberechtigung, Feminismus, Moral und Politik; Ekaterina Samutsevitch reiste eigens mit einem Vortrag an.

Die Sprechchöre „Was wollen wir? Freiheit! Für wen? Für Masha!“ in San Francisco

waren noch nicht das Ende der weltweiten Aktionen – am 17.01. geht es weiter mit einem Konzert in Mailand.
Wir werden weitermachen, solange es notwendig ist.
FÜR EURE UND UNSERE FREIHEIT!